Saxophonistenspielzeug

Links ein neues Otto Link „Super Tone Master“ NY 7*, in der Mitte ein Bob Dukoff „Hollywood“ 5* D709 aus den 30er oder 40er Jahren, rechts ein Dukoff Nachbau von Kirill Poudavoff „Hollywood“ 6*.

3 Tenorsaxophonmundstücke

Man denkt oft, mit einem anderen Mundstück würde es besser klingen, leichter zu spielen sein, die Intonation wäre besser.

Alles Quark. Üben und Tonvorstellung sind das ganze Geheimnis.

Ich sollte üben, statt Material zu fotografieren und auch noch darüber zu bloggen. Oder wenigstens gute Musik hören.

Und aufhören, mich über mich selbst zu ärgern, weil ich seit 3 Wochen keinen einzigen Ton gespielt habe. Dementsprechend armselig klang es heute.

PS: mit dem Poudavoff spielt es sich für mich am einfachsten. Gute Intonation, bei Bedarf mühelos auch kräftig laut. Mir fehlen ein wenig die Obertöne, die den Klang interessanter machen.

Mit dem Original, dem Dukoff, ist der Sound etwas farbiger. Intonation in den hohen Lagen ist knifflig (schnell zu tief).

Das Link braucht viel mehr Druck und ist für mich am anstrengendsten zu spielen. Dafür hat es im Sound das gewisse Etwas, das ich z. B. im Sound von Stanley Turrentine so liebe.

Am nächsten Tag nochmal alle durchprobiert, auch mein altes Otto Link 7* aus den 80er Jahren. Fazit: mit dem passenden Blatt gefällt mir aktuell das Otto Link 7* NY am besten. Auch wenn es mehr Kraft braucht. Der Sound gefällt mir. Auch wenn das Poudavoff für Soli in der Bigband besser durchkommt.

Nachtrag zum neuen Tenormundstück

Wie bereits im Artikel „Hollywood“ geschrieben, habe ich seit einigen Wochen ein Tenorsaxophonmundstück von Kirill Poudavoff, das Modell „KP Hollywood 6*“, das eine Dukoff-Kopie aus der guten alten Zeit ist, als Dexter Gordon das spielte.

Ich hab ja ein altes Dukoff Hollywood mit einer 5er Bahn, das wunderbar mit meinem Conn 10M aus den 30ern zusammen passt. Hätte nicht gedacht, dass mir das Poudavoff besser gefällt.

Ist aber so. Ich muss mich damit weniger anstrengen und bei Bedarf kann ich damit problemlos bei Solos gegen die Bigband ankommen. Und der Sound ist ein wenig, hm, metallischer. Gefällt mir sehr.

Den Kollegen in der Bigband neben mir gefällt der neue Sound. Und dass sich die Intonation merklich verbessert hat. Es ist ja oft so, dass die tiefen Töne ein wenig zu hoch sind, die hohen ein wenig zu tief und man versucht dann, einen Mittelweg beim Stimmen zu finden. Das ist bei meinem Poudavoff wesentlich einfacher, weil das Conn damit von oben bis unten fast einheitlich stimmt.

Thank you very much, Kirill 🙂

Hollywood

Das neue Tenormundstück ist ein Kracher. Relativ ähnlich wie mein bisheriges. Aber mit der Möglichkeit, WESENTLICH lauter zu spielen. Und schärfer im Ton. Oder, um Kirill zu zitieren: „Put it on a Conn, and you can blow the snow off of mountains.“

Also das, was man sich bei Jam Sessions immer mal wieder wünscht. Oder wenn man ein Solo mit einer Bigband im Hintergrund spielt.

Vielleicht nicht ganz so tauglich für unseren eher konservativen Saxophonsatz in der Bigband (naja, lassen wir Fred außen vor). Und „Fahrstuhlmusik“ ist wohl auch nicht das ideale Einsatzgebiet.

Wie war das beim Brunch im Holiday Inn damals? Wenn die Musiker das Besteckklirren nicht hören, ist die Band zu laut.

Oben KPoudavoff „Hollywood 6* (2025), unten Bob Dukoff „Hollywood“ 5* (40/50er Jahre)

Neues Jahr, neues Material

Achtung: klischeerfüllendes Geschwafel über Mundstücke etc.

Ein Saxophonistenblog ohne Saxophoninhalte? Im neuen Jahr wird alles … nun ja, anders. Vielleicht klappt es auch, das Blog über das ActivityPub-Plugin ins Fediverse zu bringen.

Wie Ihr vermutlich wisst, spiele ich in der Blue note BIG BAND 2. Tenorsaxophon. Schon länger klagt mein Baritonkollege, dass meine Intonation wunderbar ist, solange wir im Satz spielen. Sobald der Lead-Saxophonist Pause hat, sinkt meine Tonhöhe anscheinend und bringt ihn in Schwierigkeiten.

Hm.

Im neuen Jahr will ich das angehen. Habe angefangen, mit einer App auf dem Smartphone immer zwischendurch die Stimmung zu überprüfen. Das ist fummelig, weil das natürlich zum Stromsparen das Display ausschaltet. Könnte man fürs Üben umstellen, aber ich bin ein Fan von einfachen Werkzeugen, die einen einzigen Zweck erfüllen.

Also habe ich mir ein gutes altes Korg TM-60 angeschafft. Okay, das kann man auch als Metronom verwenden. Schadet nix, ab und zu mit Metronom zu üben. Weil leicht schwerere Blätter auch hilfreich sein könnten, habe ich anstelle der üblichen Rico bzw. D’Addario Royal 3 je eine Packung D’Addario Select Jazz 3 S und Vandoren V16 3 gekauft. Im Fediverse habe ich noch „Francois Louis“ empfohlen bekommen, die probiere ich dann bei nächster Gelegenheit.

Das erste Blatt aus der D’Addario Select Jazz hat überraschend gut funktioniert. Die Vandoren sind etwas mumpfig. Mal sehen, wie sich das über die nächsten Tage entwickelt.

Ach ja, mein Setup: Conn 10 M aus den 30er Jahren, Bob Dukoff Hollywood 5* aus den 40ern.